Formbeziehungen

Besonders bei Additionen werden Beziehungen zwischen Formen wichtig. Dies gilt aber nicht ausschließlich! Die Relationen zwischen den Einzelformen einer Gesamtform kann unabhängig von der gewählten Ordnung sein. Besonders dann, wenn sie sich auf Details beziehen und zum Gegenspieler starrer Raster werden.

Zuwendung

Formen können auf einen gemeinsamen Höhepunkt, einem Zentrum hin organisiert werden. Ob es sich hierbei um einen Gipfel, oder aber eine gefühlte Mitte in der Ebene handelt ist ohne Bedeutung. Blickachsen, Wege, Höhenlinien… Alle Mittel der Verdichtung können nicht aufgeführt werden. Auch können Formen einen Raum verdichten, indem Abstände und Weiten systematisch auf ein oder mehrer Zenren fokussiert werden, ohne dass sich dort etwas Markantes befindet.

Gegensätze

Das Spiel mit Richtungen kennzeichnet die komplexere Aerchitekturgestaltung. Nur selten zentriert sich alles auf eine geometrische oder gefühlte Mitte. Achsen führen in unterschiedliche Richtungen, sind Weggabelungen, die Entscheidungen herausfordern. Teilformen gruppieren sich und andere werden so vereinzelt, dass ihnen eine besondere Bedeutung zuzukommen scheint. Während viele Bauelemente quasi im Dreivierteltakt harmonieren, stellen sich einzelne quer und bremsen Bewegungen oder leiten sie um.

Raum

Nebeneinander, vereint oder integriert können Bauformen sein. Und so nicht unbedingt durchgehend. Ein plötzlicher oder gleitender Wechsel ist hier ebenfalls möglich. Wir empfinden in solchen Beziehungen Nachbarschaft, Berührung und Vereinigung.

Umfeld

Die Wehrhaftigkeit einer Burg und das Schleifen der Wälle in der napoleonischen Zeit machen deutlich, wie unterschiedlich sich umbaute Einheiten nach außen verhalten. Komplexe Formen lösen sich zum Rand hin auf und verschmelzen mit dem Natur- oder Siedlungsraum, können sich aber auch schroff abgrenzen. Ebenen und Höhenunterschiede können verbunden werden, Blickfelder zum Schönen, zum Meer zum Beispiel geöffnet werden. Der genius loci wirkt auf die Formen!